Donnerstag, Juli 29, 2010

Zinsen sparen mit einem Förderdarlehen der KFW

Wer die KFW ist und was Sie macht
Es wäre falsch, die KfW schlicht als Bank zu bezeichnen. Vielmehr ist sie ein staatlich getragenes Kreditinstitut, welches gezielt Wirtschaftsunternehmen, Bauprojekte und vieles mehr fördert. Gegründet wurde die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Jahr 1948. Als nach dem Krieg die meisten Betriebe und ihre Strukturen zerstört waren, sollte die Bank durch gezielte Kreditvergabe an mittlere Unternehmen und Existenzgründer für eine Wiederbelebung der Wirtschaft sorgen. Die Mittel hierfür wurden aus den Geldern des Europäischen Wiederaufbauprogramms genommen. Heute arbeitet die KfW als Anstalt des öffentlichen Rechts mit Geldern des Bundes und der Bundesländer. Im Laufe der Jahrzehnte sind jedoch nicht nur die Aufgaben der KfW vielschichtiger geworden, auch ihre Struktur hat sich geändert. Was nach dem Krieg als ein einziges Kreditinstitut seine Arbeit aufnahm, nennt sich heute KfW Bankengruppe. Mehrere Tochtergesellschaften sind unter diesem Dach versammelt, jede von ihnen mit ihrem separaten Tätigkeitsfeld.



Was wird durch die KFW gefördert?
Die KfW Mittelstandsbank ist das Herz der Bankengruppe, sie ist im klassischen Bereich der Förderbank tätig. Sie bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Existenzgründern Förderkredite an und steht darüber hinaus jungen Unternehmern beratend zur Seite. Die KfW IPEX-Bank arbeitet eng mit Unternehmen zusammen, die in internationalen Projekten oder im Export tätig sind. Das Finanzinstitut erstellt in Zusammenarbeit mit den einzelnen Unternehmen Finanzierungsmodelle für Projekte und fördert diese durch Kredite.

Die KfW Entwicklungsbank ist als deutsche Entwicklungsbank schließlich im Ausland tätig. Sie regelt die Finanzielle Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, vergibt Kredite für Bauvorhaben in den Ländern und steht in diversen Finanzfragen beratend zur Seite. Dabei bewegt sie sich stets in dem Rahmen, den ihr die Bundesregierung vorgibt. Die letzte Tochtergesellschaft, die KfW Förderbank unterstützt Privatpersonen sowie kleine und mittlere Unternehmen im Inland. Sie fördert Projekte im Umweltschutz und im Wohnungsbau und steht dabei in engem Kontakt zu den Landesförderinstituten. Mit diesen Aufgaben hat sich die KfW Bankengruppe öffentliche Ziele zu eigen gemacht. Sie ist finanzieller Förderer sowie beratender Impulsgeber für die Wirtschaft.



Neben der Förderung kommunaler und städtischer Infrastrukturmaßnahmen sowie beruflicher Aus- und Weiterbildung gehört vor allem die Finanzierung von Investitionen in Wohnraum zum Aufgabenspektrum der KfW Förderbank. Dabei steht aber längst nicht der Bau oder Erwerb einer Wohnimmobilie allein im Vordergrund, auch die ökologische Nachhaltigkeit wird gefördert. So stehen energetische Sanierungen, Modernisierungen und Baumaßnahmen zu Erzeugung von Solarstrom ebenso auf der Agenda der KfW Förderbank. Nachhaltigkeit heißt das Zauberwort, denn in den letzten Jahren sind der Umwelt- und Klimaschutz auch bei der Vergabe von Förderkrediten zunehmend in den Mittelpunkt gerückt.


Baufinanzierung mit der KfW Förderbank
Für die meisten angehenden Wohnungs- oder Hausbesitzer ist das Wohneigentumsprogramm interessant. Unabhängig von Alter oder Einkommen ist jede Privatperson förderberechtigt. Voraussetzung ist, dass der Wohnraum selbst genutzt wird. Egal ob Kauf oder Neubau - die KfW bewilligt einen Kredit von 30 Prozent der Gesamtkosten, maximal jedoch 100.000 Euro.

Bei der Laufzeit des Kredites hat der Kunde die Möglichkeit, zwischen 20 und 35 Jahren zu wählen. Mindestens das erste Jahr ist tilgungsfrei, der Kunde hat jedoch auch die Möglichkeit, die tilgungsfreie Zeit auf maximal fünf Jahre auszuweiten. In ihren Konditionen liegt die KfW in der Regel unter den Zinssätzen privater Baufinanzierer. Möglich wird dies durch eine Bezuschussung des Bundes. Der zum Zeitpunkt der Bewilligung geltende Zinssatz wird für einen relativ langen Zeitraum festgeschrieben. Abhängig von den Wünschen und finanziellen Möglichkeiten des Kunden kann die Laufzeit der Zinsbindung 5, 10 oder 15 Jahre dauern. Die Rückzahlung des Kredites erfolgt nicht wie bei anderen Finanzinstituten monatlich, vielmehr werden Raten vierteljährlich getilgt. Eine vorzeitige Tilgung des Kredites ist während der Zinsbindungsfrist grundsätzlich nicht vorgesehen, hierüber kann jedoch nach Angaben der KfW verhandelt werden. Auch umweltgerechten Hausbauern greift die KfW Förderbank mit dem Förderprogramm "Ökologisch Bauen" tatkräftig unter die Arme.

Gefördert wird der Neubau von so genannten Energiesparhäusern und Passivhäusern. Dabei hat die KfW zwei Standards entwickelt, das Energiesparhaus 40 und das Energiesparhaus 60. Um die Förderung zu erhalten, darf der künftige Energiebedarf im Jahr 40 Kilowattstunden beziehungsweise 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche nicht übersteigen. Neben dem Neubau werden Sanierungen von Heizungsanlagen auf der Grundlage erneuerbarer Energien gefördert. Dies gilt nicht nur für selbst genutzten, sondern auch für vermieteten Wohnraum. Auch hier gilt, dass grundsätzlich alle Privatpersonen förderberechtigt sind. Ein Neubau oder eine Sanierung im Rahmen des ökologischen Bauens wird von der KfW mit einem Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit gefördert. Hier beträgt die Laufzeit maximal 30 Jahre und der Kunde hat die Möglichkeit, bis zu fünf tilgungsfreie Jahre zu beanspruchen. Ähnlich wie beim Wohneigentumsprogramm wird auch hier eine Zinsbindung garantiert, die Zinsen liegen dabei in der Regel gering unter den marktüblichen Werten. Sollte der Kunde in der Lage sein, das Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen, so kann er dies ohne zusätzliche Kosten tun.


Vor und Nachteile
Die Vorteile eines KfW-Kredits gegenüber anderen Möglichkeiten der Baufinanzierung sind selten in geldwerten Vorteilen zu bemessen. Zwar liegen die Zinssätze der KfW in der Regel unter denen des freien Marktes, oft steht aber bereits nach den tilgungsfreien Jahren eine hohe rote Zahl unter dem Strich. Einer der größten Vorteile ist die Möglichkeit der nachrangigen Absicherung im Grundbuch. Während nur wenige private Finanzinstitute Baukredite verteilen und sich mit der zweiten oder dritten Stelle im Grundbuch zufrieden geben, ist das bei der KfW kein Problem. Zudem ist eine Förderung mit anderen öffentlichen und privaten Fördermitteln kombinierbar. Schwankungen am Immobilien- und Finanzmarkt treffen den KfW-Kunden nicht direkt, Grund dafür ist die langfristige Zinsbindung. Schließlich ist die quartalsweise Tilgung des Kredites ein Vorteil, dies gibt dem Kreditnehmer mehr Flexibilität.


Wie jedoch erfolgt der Antrag auf einen Kredit der KfW Förderbank?
Grundsätzlich gilt: Die Förderung durch die KfW muss vor Beginn des Baus oder vor dem Kauf beantragt werden. Da die KfW kein eigenes Schalternetz betreibt, kann sich der Kunde als Endkreditnehmer jedoch nicht direkt an sie wenden. Der Antrag auf Förderung erfolgt über die persönliche Hausbank. Eine Anfrage an den eigenen Finanzberater genügt, entsprechende Formulare stehen dem Kunden in jeder Hausbank zur Verfügung.

Wer das Förderprogramm "Ökologisch Bauen" in Anspruch nehmen möchte, muss die Bestätigung eines unabhängigen Sachverständigen über die Einhaltung der Energiestandards einholen. Die Auszahlung erfolgt nicht direkt an den Endkreditnehmer, vielmehr werden die finanziellen Mittel über die Hausbank an das Bau- oder Kaufprojekt weitergeleitet. Ökologische Bauherren müssen innerhalb von neun Monaten nach Abschluss der Bauarbeiten eine Bestätigung von einem Sachverständigen über die korrekte Verwendung der finanziellen Mittel bei der KfW einreichen.



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