Der Kreditzins bei Darlehen
Erhält man ein Kreditangebot einer Bank, so sollte dieses zwei Zinsangaben enthalten. Den effektiven und den nominalen Zinssatz. Eigentlich gilt die Regel: Je niedriger der Kreditzins, desto günstiger ist das Darlehen.
Nominaler Zins
Diese Zinsangabe beschreibt die reinen Kreditzinsen die Sie auf die geliehene Summe zahlen müssen. Dieser stellt den nackten Zinssatz dar, den Die für Ihr Darlehen zahlen müssen. Evt. weitere Kosten wie Kontoführungsgebühren, Zahlungsmodalitäten, Bearbeitungsgebühren etc. sind in diesem Zins noch nicht enthalten. Aber diese Kosten fallen trotzdem an und verteuern den Kredit. Denn in der Regel wird z.B. die Abschlussgebühr nicht einmalig bei Kreditabschluss gezahlt, sondern alle anfallenden Gebühren werden auf die geliehene Geldsumme aufaddiert. Wenn Sie sich Beispielsweise 10.000 Euro von der Bank leihen und das Darlehen nach 48 Monaten zurückbezahlt haben möchten, so müssten Sie bei einem nominalen Zinssatz von 5% eine Monatsrate von 230.29 Euro zahlen. Insgesamt müsstne Sie 11.054 Euro zurückzahlen (10.000 Kredit + 1054 Euro Zinsen).
Jedoch werden die Abschlussgebühr, Bearbeitungsgebühren etc. noch fällig. Diese werden zum Darlehen hinzugerechnet, und der Gesamtbetrag den man zurückzahlen muss erhöht sich. Auch wenn Sie ursprünglich nur 10.000 Euro Kreditbetrag wünschten, müssen Sie, bei Gebühren von 250 Euro, 10.000 Kredit + 250 Euro Gebühren akzeptieren. Hinzu kommen noch Zinsen. Die Rate erhöht sich durch die Gebühren um 5,76 Euro auf 236.05 Euro pro Monat.
Da man die Gebühren und Kreditnebenkosten auch mitfinanzieren muss, erhöht sich der Gesamtzins für den Kredit. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber alle Banken dazu verpflichtet, zusätzlich zum nominalen Zins, einen Zinssatz mit anzugeben der nicht nur die reinen nominalen Zinskosten wiederspiegelt, sondern der die anfallenden Kosten mitberücksichtigt. Dies soll dazu dienen den Markt transparenter zu machen und es zu erkeichtern Kreditangebote miteinander vergleichen zu können. diesen Zins nennt man den effektiven Zins.
Die effektiven Zinsen
Diese sind sozusagen eine Angabe für den "Kreditpreis". Je günstiger der effektive Zins ist, umso günstiger sollte eigentlich auch das Darlehen sein. Die finanzielle Gesamtbelastung pro Jahr muss laut Preisangabenverordnung von den Kreditinstituten berechnet werden und dem Kunden als effektiver Jahreszins genannt werden, damit dieser weiss wie teuer der Kredit ist und ein Kreditangebot mit dem von anderen Banken vergleichen kann.
Können sich während der Laufzeit eines Kredites preisbestimmende Faktoren ändern (wie z.B. der Zinssatz oder die Laufzeit) so wird ein "anfänglicher effektiver Jahreszins" angegeben. Bei Angeboten mit "anfänglichem Effektivzins" heisst es Achtung. Sie sollten bei diesen Angeboten genau überprüfen welche Faktoren des Raten-Kredites sich ändern können. Denn sind z.B. Zinsänderungen möglich so können die Gesamtkreditkosten enorm steigen.
Aber nicht immer enthält der Effektivzins wirklich alle Kreditnebenkosten. Denn Banken sind nicht dazu verpflichtet alle Kosten die in Zusammenhang mit einem Darlehen auftreten wirklich auch in den Effektivzins mit einzurechnen. Zu den Kosten die nicht mit einfliesen müssen zählen z.B. Wertermittlungsgebühren, Bereitstellungszinsen, Gebühren für Kreditversicherungen/Restschuldversicherungen.
Bearbeitungsgebühren, Nominalzinsen, Disagio usw... hingegen müssen in den Effektivzins mit einfliesen.
Was jedoch wenn die Bank eine Bearbeitungsgebühr einfach anders nennt?
So könnte die Bank z.B. die Bearbeitungsgebühren mit in die Gebühr für eine Wertermittlung einschliessen. Kosten für Wertermittlungen müssen nicht in den effektiven Zins mit eingerechnet werden.
Folge: Der Effektivzins den die Bank im Angebot angeben muss sinkt. Wenn man sich nur diesen Zins betrachtet, dann wird der Kredit scheinbar billiger (denn der Effektivzins ist ja eigentlich das "Preisschild" eines Kredites). Tatsächlich Jedoch ist der Kredit genauso teuer wie vorher (der tatsächliche Effektive Zins liegt also höher als der angegebene). Lediglich der ausgewiesene effektive Zinssatz hat sich verringert. Die Kreditkosten sind die gleichen geblieben.
Was ist die Folge wenn der tatsächliche Effektivzins höher ist, als der Effektivzins im Angebot der Bank? In diesem Falle sind nicht alle Kosten mit in den Effektivzins eingeflossen. Für Kunden wird es schwerer die Kreditangebote div. Banken miteinander zu vergleichen, denn der Effektivzins ist in dann nicht mehr zum Kreditvergleich nutzbar. Denn er enthält nicht mehr alle Kosten und sagt demnach nichts mehr darüber aus, wie teuer ein Kredit wirklich ist.
Daher ist das Angebot mit den niedrigsten effektiven Kreditzinsen nicht auch immer der günstigste Kredit.
Hierzu ein Beispiel:
Ein Kreditnehmer möchte ein Haus kaufen und benötigt hierfür ein Darlehen über 50.000 Euro. Nach 10 Jahren soll der Kredit getilgt sein da der Kreditnehmer dann schuldenfrei sein möchte. Er erhält Kreditangebote von zwei Banken.
Bank 1 macht ein Angebot mit einem Effektivzins von 4,5 % und berechnet 3000 Euro für die Wertermittlung des Hauses.
Bank 2 macht ein Angebot mit einem Effektivzins von 5,0 % und berechnet 500 Euro für die Wertermittlung des Hauses.
Auf den ersten Blick erscheint das Angebot von Bank 1 als das günstigste, da der Effektivzins sehr niedrig ist.
Bank 1: Kredit-Betrag: 50.000 Euro
Effektivzins: 4,5 %
Gebühren für Wertermittlung: 3000 Euro
Laufzeit: 10 Jahre (120 Monate)
Monatliche Rate: 549.28 Euro
Zinsen gesamt: 12914.03 Euro
Insgesamt bezahlt: 65.913,6 Euro
Bank 2:
Kredit-Betrag: 50.000 Euro
Effektivzins: 5,0 %
Gebühren für Wertermittlung: 500 Euro
Laufzeit: 10 Jahre (120 Monate)
Monatliche Rate: 535.63
Zinsen gesamt: 13775.7
Insgesamt bezahlt: 64.275,6
Wie Sie sehen können ist das Kreditangebot der Bank 2 billiger obwohl der effektive Zinssatz höher ist. Hier muss der Kunde nur eine monatliche Rate von 535.63 Euro zahlen. Bei Bank 1 hingegen beträgt die Monatsrate 549.28 Euro. Der Kunde spart insgesamt 1638,0 Euro wenn er sich für das Angebot der Bank 2 entscheidet.
Daher: Bei Kreditangeboten nicht immer nur auf den Effektivzins achten, sondern aud die Gesamtkosten (Berechnung: Monatrate x Monate = Gesamtkosten). Am besten ist es, wenn man die Angebote nachrechnet, un die Gesamtkosten der Kreditangebote miteinander vergleicht.
Dies können Sie z.B. mit unserem Kredit Rechner.
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Kathrin