Kreditzinsen

Zinsen sind ein Bestandteil von Krediten. Sie sind das Entgelt, welches der Kreditgeber vom Kreditnehmer für das Leihen des Geldes erhält. Zinsen sind also Mietkosten für Geld. Der Antragsteller eines Kredits sollte jedoch wissen, wie die verschiedenen Zinsen zustande kommen. Im diesem Kredithilfe-Ratgeber gibt es eine Erklärung der unterschiedlichen Zinsarten bei Krediten (effektiv, nominal etc.), denn beim Vergleich der Kredite ist es wichtig, auf den Effektivzins zu achten. Warum dies so ist, wird nachfolgend erläutert.

Zinsen – ein unverzichtbar Bestandteil eines Kredits

Es ist die Grundregel: Wer sich Geld leiht, also einen Kredit aufnimmt, muss hierfür als Aufschlag einen gewissen Prozentsatz des Kreditbetrags an Zinsen zahlen. Daher schauen Antragsteller bei der Auswahl des passenden Kredits in erster Linie danach, wie hoch der Zinssatz ist
. Daraus schlussfolgern sie, ob es sich um einen teuren oder günstigen Kredit handelt. Wer genauer hinschaut, stellt jedoch fest, dass zwei Zinssätze auftauchen, die teilweise erheblich voneinander abweichen. Daher gilt es, auf die richtigen Zinsen zu achten, denn Zinsen sind nicht gleich Zinsen. Um den Kredit objektiv bewerten zu können, ist es wichtig, zu wissen, worauf es beim Vergleich ankommt. Der Ratgeber bietet eine Erklärung der unterschiedlichen Zinsarten bei Krediten (effektiv, nominal etc.)

Unterschiedlichen Zinsarten bei Krediten

Die Banken und Kreditinstitute unterscheiden beim Kredit zwischen zwei verschiedenen Zinsarten: die Sollzinsen (einst als Nominalzinsen bezeichnet) und die Effektivzinsen. Zwischen diesen beiden Zinsarten gibt es große Unterschiede, die es bei der Aufnahme eines Kredits zu beachten gilt:

  • Der Sollzins gibt lediglich die Höhe der Verzinsung des Kredits an. Der Kreditgeber errechnet daraus die Darlehensrate für den Kreditnehmer. Weitere anfallende Kosten werden nicht aufgeführt.
  • Dies sieht beim effektiven Jahreszins anders aus. Hier werden auch zusätzliche Kosten des Kredits mit einbezogen, beispielsweise Bearbeitungs- und Kreditvermittlungsgebühren, Auszahlungskurse, Zinsverrechnungstermine und weitere preisbestimmende Faktoren.
Kreditnehmer sollten beim Vergleich der Kredite also auf den effektiven Zins achten, denn dieser gibt einen guten Überblick über die gesamten Kosten des Darlehens.

Effektivzins verdeutlicht die tatsächlichen Zinsaufwendungen

Um den günstigsten Kredit zu finden, sollten Verbraucher vor allem die verschiedenen Effektivzinsen der Angebote vergleichen. Sie geben im Gegensatz zum Sollzins (Nominalzins) die tatsächlichen Kreditkosten an, die während der Tilgungsphase des Kredits auf den Verbraucher zukommen. Die effektiven Zinsen werden anhand der Kreditsumme, Laufzeit, des Sollzinses und möglicherweise anfallenden Bearbeitungsgebühren berechnet. Es fließen sämtliche Kosten ein, die hinsichtlich der Vergabe des Kredits durch die Bank entstehen. Die jährlichen Effektivzinsen sind die wichtigste Information, die der Kreditnehmer benötigt, um die verschiedenen Kreditangebote realistisch vergleichen zu können. Mit Hilfe des Effektivzinssatzes können jedoch nur Kreditangebote mit einer gleichen Zinsfestschreibungsdauer verglichen werden.

Bonitätsabhänge und bonitätsunabhängige effektive Zinsen

Der Gesetzgeber schreibt den Banken und Kreditinstituten vor, bei Krediten nicht nur den Nominalzins, sondern ebenso den effektiven Jahreszins anzugeben. Ist der effektive Zins des Kredits als fixer Wert angegeben, wird von bonitätsunabhängigen Zinsen gesprochen. In diesem Fall zahlt jeder Kreditnehmer, der ein Darlehen bewilligt bekommt, die gleichen Zinsen. Sind die Kreditzinsen hingegen in einer Spanne angegeben, handelt es sich um bonitätsabhängige Zinsen. Hier entscheidet die Bonität des Antragstellers über die Höhe des Effektivzinses.

Wie wird der Nominalzins berechnet?

Die genaue Höhe ist bei der Kreditvergabe meist nicht exakt festgelegt, da sie sich nach verschiedenen Faktoren richtet, die die Höhe beeinflussen. Die Bonität, also Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers ist der wichtigste Faktor, um den Nominalzinssatz zu bestimmen. Mit der Höhe der nominalen Zinsen sichern sich die Banken gegen einen eventuellen Zahlungsausfall durch die Kreditnehmer ab. Kreditnehmer mit einem potentiell höheren Ausfallrisiko zahlen in der Regel einen höheren Nominalzins als Kunden mit einer guten Bonität, das heißt, einer hohen Kreditwürdigkeit. Wenn ein Kreditnehmer über ein gesichertes, ausreichend hohes Einkommen verfügt und weitere Sicherheiten vorweisen kann, beispielsweise eine Immobilie, bekommt er einen niedrigeren Nominalzins geboten. Bei einer schlechteren Bonität hingegen wird er höher festgelegt.

Dispozinsen und Überziehungszinsen

Bei der Nutzung eines Bankkontos können Verbraucher zudem Dispozinsen in Anspruch nehmen. Sie werden ebenso als Effektiv- und Nominalzinsen angegeben. Auch hier ist es wichtig, den Zinssatz stets effektiv zu vergleichen. Der Dispositionskredit gilt lediglich bis zu einer bestimmten Summe, die im Vorfeld mit der Bank vereinbart wurde. Der ungünstigere Überziehungszins wird für die Überziehung des Kontos berechnet. Aufgrund der hohen Zinsen sollte nach Möglichkeit auf die Einrichtung des Dispokredits verzichtet werden. Zudem empfiehlt es sich, das Konto nicht zu überziehen. Diese Kredite können sehr teuer werden. Viele Banken erheben Dispozinsen im zweistelligen Prozent-Bereich. Es wird immer wieder starke Kritik an den Banken erhoben, hinsichtlich der Höhe der Dispozinsen und der fehlenden Transparenz.

Kredite vergleichen

Die angebotenen Kredite können in ihren Kosten weit auseinander liegen. Daher ist ein Vergleich der Angebote unverzichtbar. Der Gesetzgeber hat zum Schutz der Verbraucher festgelegt, dass der effektive Jahreszins in jedem Kreditangebot angegeben werden muss. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil des Kreditvertrags. Doch die Kenntnis über den Unterschied der beiden Zinsarten allein ist nicht ausreichend. Nur wenn die Kreditsumme, Rate und Dauer der Zinsbindung gleich sind, genügt ein Blick auf die effektiven Zinsen. Zu beachten ist: Eventuelle Kosten für eine Restschuld- oder andere Versicherung, die die Banken sehr gern zusammen mit einem Kredit vermitteln, sind in der Berechnung des effektiven Jahreszinses nicht berücksichtigt.

Wie können die Zinsen bei einem Kredit verringert werden?

Verbraucher können die Höhe der Kreditzinsen zum Teil beeinflussen, beispielsweise indem eine kurze Laufzeit gewählt wird. Die Rückzahlungsdauer beeinflusst die Kosten, denn die Zinsen sind von der Laufzeit abhängig. Ist die Laufzeit länger, steigen meistens auch die Zinsen. Die Bonitätsprüfung spielt ebenfalls eine Rolle. Ist sie positiv, wird dadurch gleichzeitig auch das Kreditausfallrisiko des Kreditnehmers gesenkt, siehe auch Kredite ohne Schufa bzw. Kreditsicherheiten. Dies spiegelt sich in niedrigeren Zinsen wider. Die Zinsen orientieren sich also auch am Risiko der Bank. Antragsteller mit einer schlechteren Bonität müssen einen höheren Zinssatz zahlen. Bei einer schlechten Kreditwürdigkeit kann es zu einer Ablehnung des Kredits kommen. Auch zweckgebundene Kredite können günstiger sein, z.B. für die Finanzierung eines Autos. Hier behalten die Banken den Fahrzeugbrief als Sicherheit.

Fazit zu Zinsen bei Krediten

Dies war eine Erklärung der unterschiedlichen Zinsarten bei Krediten (effektiv, nominal etc.). Diese Unterschiede sollten bei Verbrauchern, die einen Kredit aufnehmen wollen, bekannt sein. Nur so können die zahlreichen Kreditangebote richtig bewertet werden, die sich hinsichtlich der Zinsen zum Teil ganz erheblich unterscheiden. Nominalzinsen (Sollzinsen) sind die Zinskosten, die der Kreditnehmer zahlen muss. Der Effektivzins hingegen entspricht dem Bruttopreis inklusive sämtlicher zusätzlicher Gebühren. Der Effektivzins ist somit eine Erweiterung des Nomalzinssatzes, bei welchem Letzterer bereits enthalten ist. Für einen Vergleich der verschiedenen Darlehen ist es wichtig, stets den Effektivzins heranzuziehen. Dieser gibt einen optimalen Überblick über die Gesamtkosten eines Kredits.